Der Weg in die Wolke: Cloud-Übergangsstrategien für Mittelständler

Der Weg in die Wolke: Cloud-Übergangsstrategien für Mittelständler

17.06.2024

Der Übergang in die Datenwolke ist ein unübersichtliches Terrain. Dieser Artikel bietet einen gründlichen Leitfaden für Mittelständler, um den Übergang in die Cloud schrittweise und erfolgreich zu vollziehen. Von der Planung über die Migration bis zur Optimierung: Hier erfahren Sie, wie Sie die Cloud effektiv in Ihrem Unternehmen einsetzen können.

Ihren großen Durchbruch erlebte „die Cloud“ in den 90er Jahren – und sie blieb kein One-Hit-Wonder! Cloud Computing ist sowohl im Business als auch im täglichen Leben zur Norm geworden. Das zeigte nicht zuletzt der KPMG Cloud-Monitor im Jahr 2023, welchen zufolge bereits 97 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden Cloud-Lösungen verwenden. Seit geraumer Zeit zeichnet sich am Erkenntnishorizont ab, dass Cloud-Technologien in Zukunft auch für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) immer mehr zur Unumgänglichkeit werden, wenn diese wettbewerbsfähig sein wollen.

Die Cloud bringt nicht bloß die Möglichkeit, Kosten zu mindern und die Effektivität zu verbessern, sondern auch neue Geschäftschancen zu entdecken und flexibler auf Marktbedürfnisse reagieren zu können. Doch der Umbruch in die Cloud kann für viele Mittelständler eine Schwierigkeit darstellen – besonders wenn es um die Planung, Migration sowie Integration in die aktuellen Geschäftsprozesse geht.

Mit diesem Artikel bieten wir einen umfassenden Leitfaden, der Mittelständlern hilft, den Übergang in die Cloud systematisch zu vollziehen. Von der Bedeutung der Cloud für mittelständische Unternehmen bis zu praktischen Strategien für die Planung, Migration, Verbesserung und Evolutionsstufe – hier finden Sie alles, was Sie brauchen, um die Cloud effektiv in Ihrem Unternehmen zu einsetzen.

Cloud + Mittelstand = Dreamteam?

In den letzten Jahren hat sich die Cloud-Technologie zu einem Eckpfeiler der digitalen Revolution entwickelt. Für mittelständische Unternehmen bietet die Wolke eine Vielzahl von Vorteilen: So ermöglicht sie es Mittelständlern, auf fortschrittliche Technologien zuzugreifen, ohne hohe Investitionen in Hardware und Infrastruktur aufwenden zu müssen. Sie können skalierbare IT-Ressourcen nutzen, um variabel auf sich ändernde Anforderungen zu reagieren und ihre Wettbewerbsposition zu stärken.

In dieser zunehmend vernetzten Welt ist die Cloud zudem ein unverzichtbares Instrument für die Zusammenarbeit, Interaktion und Datenspeicherung. Sie ermöglicht es Unternehmen, ortsunabhängig zu arbeiten und ihre Mitarbeiter wirksamer einsetzen zu können.

Außerdem ist Cloud Computing ein schlüssiger Bestandteil für die digitale Transformation von mittelständischen Firmen. Der Schritt in die Cloud enthält das Potential, Unternehmensprozesse zu verbessern, neue Marktbereiche zu erschließen und Kunden besser verstehen und bedienen zu können.

Aber obwohl die Cloud so viele Vorteile bringt, sind auch etliche Herausforderungen zu meistern, primär in Bezug auf Sicherheit, Datenschutz und Compliance. Mittelständler müssen gewissenhaft konzipieren und die geeigneten Maßnahmen fassen, um diese Risiken zu minimieren und die Chancen der Cloud vollständig auszuschöpfen.

Die Vorarbeit für den Wechsel in die Cloud

Wie bei einem Wohnortwechsel, bei welchem unzählige Kartons gepackt, beschriftet sowie gestapelt werden, benötigt auch die Cloud-Migration eine gewisse Vorbereitung und Planung. Im Folgenden sind einige Schritte dargestellt, die Sie bei der Planung auf den Cloud-Übergang berücksichtigen sollten:

  • Schritt 1) Analyse des Status quo und der Unternehmensziele: Ehe Sie den Schritt in die Wolke gehen (können), ist es wichtig, den gegenwärtigen Stand Ihrer IT-Infrastruktur und Ihrer Geschäftsprozesse zu durchleuchten. Identifizieren Sie Bereiche, in denen die Cloud einen Mehrwert bereithalten könnte und setzen Sie eindeutige, messbare Ziele.
  • Schritt 2) Entwicklung einer Cloud-Strategie: Aufbauend auf Ihrer Analyse sollten Sie eine umfassende Cloud-Strategie entwerfen, die Ihre langfristigen Geschäftsziele unterstützt. Bestimmen Sie, welche Workloads wie auch Anwendungen in die Cloud migriert werden müssen und welche Cloud-Services und -Anbieter am besten zu Ihren Bedürfnissen passen.
  • Schritt 3) Auswahl der passenden Cloud-Services und Anbieter: Es gibt eine Menge von Cloud-Services und -Plattformen auf dem Markt, deshalb ist es relevant, jene auszuwählen, welche am besten zu Ihren Bedürfnissen passen. Erwägen Sie dabei Aspekte wie Leistung, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Kosten.
  • Schritt 4) Budgetierung und Ressourcenplanung: Der Übergang in die Cloud ist mit Ausgaben verbunden – daher ist es wichtig, ein Budget zu bestimmen und die erforderlichen Ressourcen entsprechend zu planen. Berücksichtigen Sie dabei nicht nur die direkten Kosten für die Cloud-Services, sondern ebenso die Kosten für Schulung, Support sowie Integration.
  • Schritt 5) Kommunikation und Change-Management im Unternehmen: Der Wechsel in die Cloud wird Umstellungen in Ihrem Unternehmen hervorbringen. Daher ist es elementar, Ihre Mitarbeiter früh genug einzubeziehen und sie über die geplanten Neuerungen zu informieren. Stellen Sie sicher, dass alle Beteiligten die Vorteile der Cloud erkennen und das Vorhaben unterstützen.

Die Wahl der Cloud-Migrationsstrategie

Beim Transfer Ihres Betriebs in die Cloud gibt es keine allgemeingültige Antwort. Deshalb ist es nötig, sich mit den unterschiedlichen Cloud-Migrationstaktiken vertraut zu machen. Im Aufgezählten stellen wir die fünf Haupttypen einer Cloud-Migrationsstrategie vor, die durch das Akronym "5 R's" bekannt sind:

  1. Rehost (Lift and Shift): Der einfachste Ansatz der Cloud-Wanderung. Er besteht darin, Anwendungen sowie Daten unverändert in die Cloud zu migrieren. Dies ist rasch und preiswert und eignet sich ideal für Firmen, die eine rasche Migration benötigen.
  2. Refactor (Lift, Tinker, and Shift): Bei dieser Strategie werden kleinere Veränderungen an Anwendungen durchgeführt, um diese für die Cloud zu verbessern. Es ist ein Mittelweg zwischen Rehosting und aufwendigeren Migrationen und bietet ein gutes Gleichgewicht zwischen Kosten und Cloud-Optimierung.
  3. Rearchitect (Redesign for Cloud): Beim Rearchitecting werden vorhandene Anwendungen deutlich verändert oder völlig überarbeitet, um die Vorteile der Cloud-nativen Funktionen und der Skalierbarkeit voll zu nutzen. Es ist ideal für Firmen, die ihre Leistung und Agilität verbessern möchten.
  4. Rebuild (Rebuild from Scratch): Hierbei wird die bestehende Anwendung vollständig verworfen und mit Cloud-nativen Technologien neu aufgebaut. Dies ist eine Möglichkeit für Unternehmen, die willens sind, in die Schaffung von Anwendungen zu investieren, die die Möglichkeiten der Cloud voll nutzen.
  5. Replace (Drop and Shop): Die Replace-Strategie beinhaltet den Übergang zu einem anderen Service, in der Regel einem Cloud-nativen Service, wodurch vorhandene Lösungen durch Software-as-a-Service-Anwendungen (SaaS) ausgetauscht werden.

Jede dieser Strategien hat ihre eigenen Vorteile und Überlegungen. Die Wahl hängt von unterschiedlichen Faktoren ab, einschließlich der Schwierigkeit Ihrer bestehenden IT-Umgebung, der Sensibilität und Art der von Ihnen bearbeiteten Daten, Ihrer Leistungsanforderungen, Kostenbetrachtungen und zukünftigen Geschäftsziele.

Die Migration in die Cloud

Nachdem Sie sich umfassend vorbereitet haben, wird es Zeit, mit der tatsächlichen Migration in die Cloud zu starten. Hier sind einige Schritte, welche Sie bei der Migration beachten sollten:

  • Schritt 1) Datenbereinigung und -migration: Bevor Sie Daten in die Cloud verschieben, sollten Sie sicherstellen, dass diese sauber und strukturiert sind. Entfernen Sie überflüssige Daten und nehmen Sie notfalls eine Datenbereinigung durch, um die Qualität Ihrer Daten zu verbessern.
  • Schritt 2) Implementierung von Cloud-Services: Nachdem Ihre Daten vorbereitet sind, können Sie mit der Einführung von Cloud-Services starten. Tipp: Beginnen Sie mit weniger wichtigen Workloads und Anwendungen und erweitern Sie dann nach Bedarf.
  • Schritt 3) Sicherstellung der Compliance und Datensicherheit: Die Sicherheit und Compliance Ihrer Daten ist von wesentlicher Bedeutung, vor allem dann, wenn es um sensible Daten geht. Stellen Sie sicher, dass Ihre neue Cloud-Infrastruktur den aktuellen Sicherheitsstandards und -richtlinien entspricht und initiieren Sie geeignete Sicherheitsmaßnahmen wie Datenverschlüsselung und Zugangskontrolle.
  • Schritt 4) Schulung der Mitarbeiter für den Umgang mit der Cloud: Die erfolgreiche Nutzung der Cloud hängt auch von der Ausbildung Ihrer Mitarbeiter ab. Bieten Sie Schulungen und Weiterbildungsmaßnahmen an, um sicherzustellen, dass Ihre Mitarbeiter die neuen Cloud-Tools und -Technologien effektiv nutzen können.
  • Schritt 5) Überwachung und Optimierung der Cloud-Infrastruktur: Nach der Migration ist es relevant, Ihre Cloud-Infrastruktur kontinuierlich zu überwachen und zu verbessern. Identifizieren Sie Engpässe und Performance-Probleme rechtzeitig und nehmen Sie entsprechende Anpassungen vor, um eine bestmögliche Performance und Skalierbarkeit zu gewährleisten.

Cloud eingerichtet und zurücklehnen? Bitte nicht!

Die Migration in die Cloud markiert lediglich den Beginn eines fortlaufenden Prozesses. Langfristiger Gewinn benötigt eine ständige Optimierung und Weiterentwicklung Ihrer Cloud-Architektur. Um Ressourcen wirkungsvoller zu nutzen und Kosten zu reduzieren, sollten Sie die Vorzüge der Cloud voll ausschöpfen. Dies beinhaltet die Implementierung automatischer Skalierung sowie Ressourcenoptimierung, um eine optimale Leistung und Verfügbarkeit sicherzustellen.

Die unübertroffene Skalierbarkeit und Flexibilität der Cloud ermöglicht es Unternehmen, rasch auf sich wandelnde Anforderungen zu reagieren und ihr Geschäft zu vergrößern. Gebrauchen Sie diese Vorteile, um agiler und konkurrenzfähiger zu werden und Ihr Unternehmen mit Erfolg in die Zukunft zu leiten!

Für die Aufrechterhaltung der Konkurrenzfähigkeit ist es wichtig, neue Techniken und Services in die Cloud-Architektur einzubinden. Halten Sie sich über Technologietrends wie künstliche Intelligenz, IoT und Big Data auf dem Laufenden und nutzen Sie diese, um Ihr Geschäft weiter voranzutreiben.

Um den Erfolg Ihrer Cloud-Initiativen zu messen und gewährleisten, dass Ihre Strategie auf lange Sicht erfolgreich ist, sollten Sie klar definierte KPIs definieren. Definieren Sie Bereiche, in denen Verbesserungen notwendig sind, und passen Sie Ihre Strategie entsprechend an, um sicherzustellen, dass Sie Ihre Zielsetzungen auch erreichen.

Wollen Sie den Übergang in die Cloud wagen und suchen sich für diesen Schritt einen zuverlässigen Partner an Ihrer Seite? Wir sind für Sie da. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

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